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Fjella, die Waldfee


Nein, eigentlich wollten wir keine Katze mehr. Darüber waren mein Mann und ich uns einig.
Einig waren wir uns allerdings auch, sollte uns jemals ein Kätzchen zulaufen und um Einlass bitten, werden wir es nicht wegschicken (vorausgesetzt es wird nicht vermisst).

Eines Tages stieß ich im Tierteil unserer Tageszeitung auf einen Artikel, der u.a. ein Foto von einem imposanten, älteren Kater zeigte. Am Wochenende nahm der Gedanke, einem Minitiger vielleicht doch einen Neustart hier bei uns zu ermöglichen, immer mehr Gestalt an. Ein paar Tage später rief ich bei der angegebenen Tierschutzorganisation an und erkundigte mich nach dem Senior. Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Leider – so die Auskunft - wollte dieser weder mit Hund noch Katz zusammenleben. Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl, denn eigentlich wollten wir doch gar keine Katze mehr. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit einer freundlichen, sehr kompetenten Dame, dann trennten sich unsere Wege bzw. Telefonleitungen wieder.
Bis zu dem Tag, als ich eine Nachricht auf dem AB vorfand. Das war buchstäblich Schicksal und so fuhren mein Mann und ich eine Woche später zur genannten Katzenpflegestelle.

Und dort saß SIE: Ein Katzenmädchen, das aussah wie ein Mix aus Waschbär und Eichhörnchen. Ich ging regelrecht in die Knie und auch mein Mann war gefangen von dem unschuldigen Gesichtchen.
Am liebsten hätten wir sie gleich mitgenommen, aber wir hatten keinerlei Vorbereitungen getroffen. Außerdem wollte die Pflegemama sich einen Eindruck darüber machen, wo die kleine Waldfee künftig leben wird. Vollgepackt mit Informationsmaterial (man lernt nie aus) fuhren wir voller Vorfreude nach Hause. An den nächsten Tagen zogen wir durch die Läden des Siebengebirges und besorgten all die Siebensachen, die wir nach dem Ableben unserer Katzen weggegeben hatten.

Und so lief uns Fjella an einem schönen Dienstag zu – natürlich kastriert, gechipt und geimpft, sowie mit einer Portion ihres gewohnten Futters. Auch Spielzeug so groß, dass Saphira die Teile nicht versehentlich abschlucken konnte, hatte Fjella im Gepäck. An was die Tierschützer doch so alles denken!!!

Natürlich war Fjella von Saphira sehr beeindruckt. Das heißt, sie war ihr schlichtweg zu groß. Saphira wurde erst einmal mit Fauchen und Knurren auf Distanz gehalten. Jedoch mit viel Geduld, Spucke und gekochtem Schinken haben wir bereits viel erreicht. Mittlerweile streicht sie Saphira um die Beine und beide sind gemeinsam im Garten unterwegs.
Jetzt muss man der kleinen Katzendame nur noch beibringen, dass man nicht im Ausgabefach des Druckers sitzt, lebende Mäuse im Haus deponiert oder in die Zehen beißt.

Ohne Zweifel, wir freuen uns sehr, dass die kleine Waldfee hier eingezogen ist. Und darüber, dass wir kein Kätzchen mehr wollten, daran verschwenden wir jetzt keinen Gedanken mehr.
 
  

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