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Bolle zieht aus!

Bolle zieht aus


Es gibt Tage, die bekommt man morgens schon gebraucht!

Und solch ein Tag war heute. Ein kleiner Drache wird heute das vierblättrige Kleeblatt verlassen, alleine das hat schon für Weltuntergangsstimmung gesorgt.

Während die Rasselbande munter durch das Welpenzimmer tobt, gehe ich noch einmal die Unterlagen durch, die ich Bolles neuer Familie mit auf den Weg geben möchte. Da die Gedanken dort sind wo sie eigentlich nicht sein sollten, fällt zunächst nicht auf, dass es auf einmal mucksmäuschenstill geworden ist. Wenn sie nicht gerade schlafen, ist das kein gutes Zeichen. Sie schliefen nicht!!!
Die ganze Bande vergnügte sich mit einem roten Zierapfel, den sie vom Weihnachtsbaum geangelt hatten.

Als der 1. Schock überwunden war, betrachtete ich die zerlegten Fragmente. Oh mein Gott, die Mäuse haben das Objekt zum Teil auch noch gefressen. Tausend Gedanken schossen durch den Kopf - Giftnotrufzentrale, Feuerwehr, Polizei, SEK, Tierarzt... Wie auch immer, es blieb beim Tierarzt, der erst einmal Entwarnung gab.

Wieder bei den Welpen folgte der 2. Schock. Da saßen die vier lieblichen Geschöpfe und strahlten mich mit ihren offenherzigen Gesichtchen an.

Auch die Fellschnäuzchen strahlten und zwar „Neon-pink“.

Ich war fassungslos. Die Zunge, das Zahnfleisch, die Eckzähne alle in der Farbe gerade gesättigter Vampire. Aber das Bravourstück hat Bolle geliefert. Die Vorderpfoten, die Brust, ja der ganze kleine Kerl wirkte von vorne wie eine pinkfarbene "Disco-Queen" aus den 70ern.
Und das eine halbe Stunde bevor er abgeholt wurde. Ein kleiner Hoffnungsschimmer blieb. Vielleicht kommen die Besitzer ja später, es schneite immerhin ein wenig. Natürlich kamen sie nicht zu spät sondern super pünktlich, um ihren lang ersehnten Jungen abzuholen - wie sollte es auch anders sein. Das Glück war mir heute wirklich nicht gewogen.
Also die kleine Discokugel in eine „mintgrüne“ Waschschüssel gesetzt (was für ein Kontrast), Beinchen und Brust einshampooniert. Die kleine Schnauze sah nicht so schlimm aus, diese war ja größtenteils schwarz, ach was für ein Segen. Die wasserlösliche Farbe ließ sich gut entfernen und Bolle sah nach 15-minütiger Rubbelaktion wieder aus wie ein waschechter Landseer, und so konnte ich ihn dann auch übergeben. Allerdings mit verräterisch pinkfarbener Zunge und Zähnchen.

Nachdem der Erstgeborene sich auf großer Fahrt befand, blieb für den Abschiedsschmerz wenig Zeit. Ich verbrachte diese damit nach Apfelresten und Dekoapfelblättchen zu suchen und die Fragmente zusammenzusetzen. Gott sei Dank haben meine Pelztierchen nicht allzu viel davon gefressen und Bauchschmerzen haben sich nur bei mir eingestellt.

Das nachfolgende Bild ist natürlich bearbeitet. Aber so sah der Racker wirklich aus. Diese ganze Aktion auch noch mit der Kamera festzuhalten, danach stand mir in dem Moment nun wirklich nicht der Sinn.
 
  

© Copyright Elisabeth Schild 2006 - 2017