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Zwischen WEISS und SCHWARZ


Wir werden nicht mehr züchten!

Hauptursächlich sind die Verhaltensweisen unseres damaligen Zuchtvereins (DLC), dem wir bis 2013 als Mitglied angehörten. Hier wurden, wenn es der Führungsriege opportun erschien, wichtige Informationen zurückgehalten, sodass der Züchter trotz Sorgfalt immer das Risiko trägt, kranke Hunde zu züchten, wie in unserem Fall. Durch diese Art von Informationspolitik haben die Züchter keine Chance. Es wird geschwiegen, verschwiegen, ausgewichen, verharmlost.
Es war und ist die Aufgabe eines Zuchtvereins die Züchter über alle bekannten Risiken einer geplanten Verpaarungen aufzuklären, und ggf. risikobehaftete Verpaarungen vorsichtshalber nicht zu genehmigen. Das ist in unserem Fall (Epilepsie im B-Wurf) nicht geschehen.
Wir sind uns bewusst, dass ein Zuchtverein nicht alles weiß aber auch mit großer Sicherheit nicht ahnungslos ist. Die Rechtfertigung mit Erbkrankheiten belastende Zuchtlinien nicht bekannt zu geben um die betroffenen Züchter zu schützen, ist mehr als fahrlässig.

Andererseits ist es genauso unverantwortlich, wenn einige Züchter / Deckrüdenbesitzer über die Erkrankungen ihrer eigenen Hunde sowie der Nachzuchten keine Rückmeldungen an die Zuchtvereine geben. Diese tragen ebenfalls mit zur Verschleierung bei. Diese Vorgehensweise ist auch Züchterkollegen gegenüber unfair und für den Fortbestand der Rasse wenig zielführend. Aber wenn es um die eigenen Interessen geht, wird die Moral wohl schnell zweitrangig.
Leider zeigt sich jedoch auch, dass über Züchter und Deckrüdenbesitzer, die ehrlich und offen mit der Thematik Erbkrankheiten umgehen, in einer unschönen Art und Weise geurteilt wird und zwar von denjenigen, die die eigene Problematik ihrer Zucht maskieren.

Die Hauttumore, die Saphira bereits in jungen Jahren entwickelte, stießen beim DLC auf wenig Interesse. Wir hatten aufgrund der Befunde unsere Zuchtpläne mit Saphira längst aufgegeben. Die immer wieder neu auftretenden Zubildungen, die in mehreren Operationen entfernt wurden, zeigten viele Facetten, auch bösartige Tumorzellen mit all ihrer Tragweite.
Auch das Auftreten der Epilepsie von Saphiras Bruder im 5. Lebensjahr, wurde der Zuchtbuchstelle mitgeteilt. Eine Antwort haben wir bis heute nicht erhalten. Lag es mitunter daran, dass wir zu diesem Zeitpunkt keine Mitglieder mehr waren oder wusste man bereits, welche Gefahren sich in dieser Verpaarung bargen?

Offensichtlich ist es dem Verein entgangen, dass wir unter seiner Obhut gezüchtet haben.

Hätte ein mutiger Züchter (Landseer vom Palmenstein) die Problematik der Epilepsie in seiner eigenen Zucht nicht publik gemacht, würden auch die heute noch auftretenden Fälle weiterhin mit abenteuerlichen Begründungen erklärt.
Solange der Gentest des Landseer-Epilepsie Projekts noch nicht entwickelt ist, werden Züchter mangels Aufklärung weiter im Trüben fischen.

Da es die Möglichkeit gibt, über bereits entwickelte Gentests einige Erbkrankheiten einzugrenzen, ist es eine Selbstverständlichkeit, diese auch zu nutzen.
Einige Reaktionen „Auf was sollen wir denn noch alles testen“, sind befremdlich. Worum geht es denn hier? Um die Gesundheit der Rasse oder um die anfallenden Kosten? Die Aussage, wir züchten aus Liebe zum Landseer, wäre bei letzterem doch nur noch Makulatur.
Wir wünschen uns noch ganz andere Forschungsprojekte.
Die Behandlungskosten für einen kranken Landseer übersteigen diese Beträge um ein vielfaches, das unsagbare Leid der betroffenen Hunde, die nicht unerheblichen Einschnitte in die Lebensqualität der Halter möchte ich hier gar nicht aufführen.

Und noch eines ist Fakt: Ein Verein existiert nicht vom Kuscheln im elitären Kreis, sondern in erster Linie von den ambitionierten Züchtern, Deckrüdenbesitzern und Mitgliedern, von deren Enthusiasmus, Engagement und Herzblut für diese Rasse.
Selbst ein Zuchtverein sollte von den Auseinandersetzungen um den besseren Weg leben, nicht jedoch davon, dass die Kritiker mundtot gemacht werden, in welcher Form auch immer.
Gerne wird berichtet, dass die Landseer (und nicht nur diese) uns Menschen so viel geben - wie wahr. Aber was geben wir denn den Tieren?

Ein Mitglied hatte mir einmal die Frage gestellt, was ich denn für die Landseer tue.
Nun, ich will hier die Antwort geben.
Wir haben im DLC gezüchtet, die Hälfte des B-Wurfes ist krank.
Ein Rüde hat seit 2014 epileptische Anfälle, seine Wurfschwester Saphira ist an Krebs erkrankt und deren Narben Teil unseres Lebens geworden.
Ich denke, hiermit ist diese Frage umfassend beantwortet.

Es gibt viele Gründe, (Klientelpolitik, Missgunst, Bilanzen usw.) die uns an der Sinnhaftigkeit des Züchtens zweifeln lassen. Wenn man dazu noch in Bezug auf die Gesundheit der Rasse chancenlos ist, weil die Aufklärung und somit das Vertrauen fehlt, ist ein Weiterzüchten unsererseits nicht mehr gegeben. Auf einer Nebelwolke werden wir jedenfalls nicht mehr mitsegeln.

Januar 2016
 
  

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