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Gemälde von Philip Reinagle, 1802

Das Wesen des Landseers


William Taplin schrieb schon 1803 in seinem Werk " The Sportsman`s Cabinet " :
    "Dieser Hund ist sicher der edelste unter seinen Artgenossen, sofern er rein gezüchtet wurde und unberührt blieb von der Vermischung mit anderen Rassen. Seine gewaltige Größe und Kraft, sein majestätischer Blick vermitteln dem Betrachter eine Art Erfurcht, wenn nicht sogar Furcht, die aber schnell verfliegt, wenn wir die sanfte Gelassenheit, die milde und ausdrucksvolle Intelligenz seines Gesichts wahrnehmen, die beweist, dass Wildheit nicht zu seinen Eigenschaften gehört. Mut und eine besonders treue Anhänglichkeit an den Menschen sind die Charakterzüge, die von diesem Hund nicht zu trennen sind, weshalb er stets darauf bedacht ist, jede mögliche Gefahr von seinem Herrn abzuwenden und ihn aus jeder Bedrohung zu befreien, der er ausgesetzt sein könnte ...".
    (Quelle: DLC Zuchtbuch Nr. 2)


Diese Wesensbeschreibung aus dem frühen 19. Jahrhundert trifft auch heute noch vollständig auf diese Rasse zu.
Ein Hund mit solch einer engen Bindung an den Menschen braucht von Anfang an uneingeschränkten Familienanschluss. Zwingerhaltung ist ebenso ungeeignet wie die ganztägige Abwesenheit sämtlicher Familienmitglieder. Kindern ist er ein geduldiger Spielgefährte, die er schnell in sein Herz schließt, und Fremden gegenüber ist er von offener Freundlichkeit. Er liebt Streicheleinheiten über alles, und um diese einzufordern, steht ihm ein schier unendliches Repertoire an Ausdrucksformen zur Verfügung, dem man sich entweder gar nicht oder nur ganz schwer entziehen kann.

Aufgrund seines dichten Haarkleides ist der Landseer ein robuster und wetterfester Hund, der den Aufenthalt im Freien liebt. Es sollte daher ein Haus mit einem eingezäunten Garten vorhanden sein, in dem er sich frei bewegen und den er auch bewachen kann. Dies entbindet jedoch nicht von der Verpflichtung, mit ihm ausgedehnte Spaziergänge im Grünen zu unternehmen. Diese sollten nicht nur wegen seiner Bewegungsfreude fester Bestandteil seines Lebens sein, sondern ermöglichen ihm auch den Kontakt zur Außenwelt. Ein Landseer liebt es, seine Besitzer überall hin zu begleiten und - gut erzogen - fällt er allenfalls durch sein imposantes Erscheinungsbild auf. Wasser ist seine ureigenste Leidenschaft, und in der kalten Jahreszeit lassen ihn frostige Temperaturen und Schnee regelrecht zur Höchstform auflaufen.

Obwohl der Landseer ein großer und kräftiger Hund ist, hat er - bei aller Ausgeglichenheit - ein lebhaftes Temperament, das beschäftigt werden will. Er besitzt eine erstaunliche Lernbereitshaft, die gefordert und gefördert werden will. Er führt aber auch kleinere Aufträge selbstständig aus, ohne das ihm das vorher antrainiert wurde. Mit Stolz trägt unsere Hündin z.B. den Einkaufskorb im Fang nach Hause. Wir haben ihr das niemals beigebracht, diese Aufgabe hat sie von sich aus übernommen.

Der Landseer ist ein selbstbewusster Hund und auch heute noch ist selbstständiges Handeln fest in seinen Genen verankert. Er ist nicht unterwürfig und braucht daher vom ersten Tag an einen Partner, der ihn mit Liebe und Konsequenz erzieht, d.h. er braucht einen Menschen, der ihm die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten, der seine guten Anlagen fördert und in die richtigen Bahnen lenkt. Auf dieser Grundlage wird er sich bereitwillig in die häusliche Gemeinschaft einordnen.

Es erfordert schon ein gewisses Maß an Zuwendung, Zeit und Geduld, aus einem kleinen Landseer eine Hundepersönlichkeit werden zu lassen, doch wer sich mit Einfühlungsvermögen und Verstand darauf einlässt, der wird in ihm einen wunderbaren und treuen Begleiter haben wie man ihn sich besser nicht wünschen kann.
 
  

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